stiftung august bier der philosoph sepia

August Bier betrachtete Gesundheit als das Gleichgewicht zwischen entgegengesetzten Aktionen und Reizen. Krankheit bedeutet demnach ein Ungleichgewicht im Körper und kann nur durch eine Ganzheitsbehandlung des Patienten kuriert werden. So war einer seiner Leitsätze: ,,Mens sana in corpore sano" (aus einer Satire des römischen Dichters Juvenal; dt.: ein gesunder Geist in einem gesunden Körper) für ihn eine Selbstverständlichkeit. In diesem Sinne setzte er sich mit Leidenschaft für Heilgymnastik und Sport ein. Im Jahr 1920 wurde August Bier Mitbegründer und erster Leiter der Sporthochschule in Berlin. Seine ganzheitliche Betrachtung der Medizin konnte auch die Beschäftigung mit der Homöopathie nicht ausschließen. Das konnten ihm aber besonders die chirurgischen Berufskollegen nicht verzeihen.

Mit zunehmender Erfahrung erfolgte die Beschäftigung mit den unterschiedlichsten Facetten der Medizin immer aber aus einer ganzheitlichen Sicht, in die gerade in dieser Zeit die vielen neuen  naturwissenschaftliche Erkenntnisse eingebettet werden mussten. Seine Synopsis und fachübergreifende Sicht der Medizin stand zudem der zunehmenden Spezialisierung der Medizin  und auch der Chirurgie in einzelne Fachbereiche diametral gegenüber.

August Bier fasste seine auf die antike Naturphilosophie zurückgehenden Gedanken schriftlich in seinem Buch ,,Die Seele'' (1939) zusammen. Dieses Werk ist bis heute in zahlreichen Auflagen erschienen und hat auch außerhalb von medizinischen und forstlichen Fachkreisen viele Leser gefunden.

Posthum, editiert von seinem Schüler Vogler, erschien 1949 sein Buch „Das Leben“. Dem sollte als drittes Werk „Der Wald“ folgen, das aber nur in Fragmenten überkommen ist. Diese Gedanken wurden in dem Buch „Der Sauener Wald“ (1986) von Herbert Krauss aufgegriffen und ergänzt.

Seine biologischen und forstlichen Experimente basierten auf einem früh geschärften Blick für biologische Prozesse, eingebettet in eine ganzheitlichen Betrachtungsweise.