Jahrestagung 2010

Lohnt sich die Wald-Zertifizierung?

- Eine Zwischenbilanz-

27. August 2010 - Sauen - Brandenburg

„Zertifizierung in der Forstwirtschaft ist ein zivilgesellschaftlich initiierter, weltweiter Prozess zur Kennzeichnung wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltig erzeugter Produkte des Waldes“ (Wikipedia). Sie umfasst im Sinne einer Produktkettenzertifizierung die forstliche Produktion und den Holzeinschlag ebenso wie alle Schritte vom Holz im Walde bis zum fertigen Produkt und seinen Vertrieb. Während die Idee der Zertifizierung nach der Konferenz von Rio (1992) die fortschreitende Vernichtung insbesondere der tropischen Regenwälder verhindern helfen sollten, rückten gegen Ende des letzten Jahrhunderts mit der Gründung weiterer nationaler und internationaler Zertifizierungssysteme Aspekte der Europäischen Forstwirtschaft zunehmend in den Mittelpunkt der Betrachtungen.

Als Ergebnis sind heute mehr als 90% der Forstflächen in Europa zertifiziert.

Die Stiftung August Bier gehört im Rahmen einer Gruppen-zertifizierung in 2000 zu den ersten zertifizierten Forstbetrieben in Brandenburg.

Somit ist nach 10 Jahren Praxis mit der Waldzertifizierung der Zeitpunkt gekommen, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen.

Dabei sollen ausdrücklich nicht die schon wiederholt und ausreichend diskutierten Unterschiede zwischen den Zertifizierungssystemen Thema der Tagung werden.

Vielmehr sollen im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung die eigenen Erfahrungen mit denen des Auditoriums geteilt werden. Dabei müssen aber auch die brennenden Fragen nach den betriebswirtschaftlichen Vorteilen bzw. Belastungen ebenso beantwortet werden wie die nach den Prozessoptimierungen in der betrieblichen Organisation.

Aber wir als Waldeigentümer wollen auch verstehen lernen, was die anderen Produzenten in der Wertschöpfungskette Holz dazu bewegt, zertifizierte Produkte auf den Markt zu bringen. Rechtfertigt eine Zertifizierung einen Mehrerlös und damit eine Gewinnoptimierung?

Darüber hinaus möchten wir als Holzproduzenten wissen, wie der Endverbraucher zertifizierte Produkte einschätzt und welchen Mehrwert er in ihnen erkennt.


Sauen, 28. Oktober 2010

Die Veranstaltung ist erfolgreich verlaufen und wir möchten uns bei allen Teilnehmern und Referenten bedanken. Hier finden Sie nun die Tagungsbeiträge einiger Referenten.

Dipl. Ing (FH) Anika Gaggermeier
Lehrstuhl für Wald- und Umweltpolitik
Technische Universität München

Der Endverbraucher im Label-Dschungel (pdf, 0,7 MB)


Romann Glowacki
Sonae Industia -Glunz AG-

Nationale und Internationale
Erfahrungen mit der Zertifizierung von
Holzwerkstoffen
CoC-Zertifizierung der Glunz AG (pdf, 0,2 MB)


Erwin Hussendörfer
Vorsitzender FSC AG Deutschland

Lohnt sich die Wald-Zertifizierung?
Versuch  einer  Beantwortung
(pdf, 1,1 MB)


Florian Nehm
Leiter Referat Nachhaltigkeit
Axel Springer AG, Berlin

Nachhaltigkeitsmanagementbei Axel Springer (pdf, 1,4 MB)

Frank v. Römer
Vorsitzender von PEFC Deutschland e.V.

Waldzertifizierung aus Sicht von PEFC (pdf, 1,2 MB)


Hans-Rüdiger Schubert
Leiter der Abteilung Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Forsten
im Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg

Zertifizierung im Landeswald, was haben wir davon? (pdf, 1,2 MB)


Thomas Weber
Stadtforst Fürstenwalde

Erfahrungen in Deutschland zur Gruppenzertifizierung nach FSC (pdf, 1,6 MB)