Jahrestagung 2009

Hat Laubholz noch eine Zukunft ?


Jahrestagung der Stiftung August Bier für Ökologie und Medizin
am 04. Dezember 2009 in Sauen

Begründung und Pflege, Durchforsten und Erreichen des
Zielbestandes, mechanisierte Holzernte und dabei auftretende Schlagschäden sind ebenso harte Argumente für Nadel- statt Laubholz wie Absatz, Verarbeitung und Vielfalt der Produkte im Bereich der Massenfertigung.
Alles scheint also für Nadelholz zu sprechen. Diese Situation wurde besonders evident, als vor wenigen Jahren die Holzpreise erstmalig seit langem kräftig angezogen haben. Je höher die Rendite desto drängender tauchte die rein ökonomisch motivierte Frage auf:

Warum nicht überwiegend wenn nicht gänzlich Nadelholzbestände?

Die Themen der Tagung beschäftigen daher intensiv mit der Frage, warum eigentlich auch weiterhin Laubholz eine Existenzberechtigung hat oder unter Umständen dem Nadelholz vorzuziehen ist.
Laubmischbestände gehören schließlich zu den natürlichen Waldgesellschaften im norddeutschen Tiefland. Auch die Politik sieht insbesondere in den Laub- Mischbeständen die zukünftige Bewaldung und versucht durch ihre Förderrichtlinien gerade natürliche Waldgesellschaften zu unterstützen. Auch die Debatte über die Zukunft unseres Waldes in Zeiten der anthropogenen Klimaänderung spricht für einen deutlichen Anteil an Laubholz.

Die Themen der Tagung fokussieren sich auf folgende Schwerpunkte:
Die ersten Vorträge werden sich mit der Verarbeitung von Laubholz und der daraus resultierenden Produktpalette beschäftigen. Auch die Frage der Vermarktung sowie die Möglichkeit, sich technologisch neue Produkte wie Leimbinder etc. zu erschließen, werden behandelt.
Natürlich benötigt Laubholz bei Begründung oder Umbau der Bestände die Erfüllung anderer Voraussetzungen als Nadelholz. Hier sind insbesondere die Anforderungen an Boden und Wasser aber auch an Wilddichte zu nennen.
Rationalisierung bei Pflegemaßnahmen kann unter Umständen ebenso die Rentabilität verbessern wie frühzeitiges Erreichen des Zielbestandes. Hier geht es unter anderem auch um die örtliche Optimierung der Zuwächse.
Rentabilität ist wesentlich verbunden mit der Reduzierung der Pflege- und Erntekosten.

Die Stiftung August Bier für Ökologie und Medizin möchte durch diese Tagung versuchen, durch aktuelle Referate und eine angeregte Diskussion zu der Situation von Laubholz im Wirtschaftswald mehr Klarheit in die Kontroverse Nadel- statt Laubholz zu bringen.

Das komplette Programm finden Sie hier (pdf 29kB).


Sauen, 15. Dezember 2009

Die Veranstaltung ist erfolgreich verlaufen und wir möchten uns bei allen Teilnehmern und Referenten bedanken. Hier finden Sie nun die Tagungsbeiträge einiger Referenten.

Andreas Bolte

Laubwälder und Nadelwälder ein Vergleich aus ökologischer Sicht (pdf, 2,5 MB)


Reinhard Mosandl

Pflege von Laubholz (pdf, 2,6 MB)


Dr. habil. Matthias Noack


Standortökologische Grundlagen und waldbauliche Perspektiven der Laubbaumbewirtschaftung im Land Brandenburg

Teil 1 (pdf, 2,2 MB)

Teil 2 (pdf, 5,3 MB)


Thomas Knoke

Rechnet sich Laubholz? (pdf, 400 kb)
Literaturliste für den Vortrag „Rechnet sich Laubholz?“ (pdf, 12 kb)


Prof. Dr. Arno Frühwald

Eigenschaften, Qualitäten, Verwendbarkeit von Laubholz (pdf, 6,5 MB!)


Prof. Dr. Bernhard Möhring

Zur Betriebswirtschaft des Laubholzes – in Kalkulationen und Betriebsergebnissen (pdf, 260 kb)


M. Schmidt

Holzbauprodukte aus Laubholz - eine Chance für den Cluster Forst und Holz?! (pdf, 8.1 MB!)